Es gibt keinen Werkstoff, der für alle drei Einbaustellen einer REA-Klappe gleich gut ist. Es gibt für jede Stelle einen richtigen, und die Unterschiede sind groß genug, um sie getrennt zu betrachten.
Rohgaseintritt
130 bis 160 °C, Staub in Gramm je Kubikmeter, leichter Unterdruck. Die Belastung ist Verschleiß, nicht Korrosion. Baustahl Q235B oder Q345B mit einer verschleißfesten Kantenleiste ist wirtschaftlich richtig; Edelstahl an der Lamelle wäre Geld an der falschen Stelle. Die Dichtleiste dagegen darf nicht aus Baustahl sein, weil sie mechanisch beansprucht wird.
Reingasaustritt
50 °C, gesättigt, Chloride und Sulfataerosole. Hier entscheidet Korrosion. 316L ist der Standard für benetzte Teile, bis etwa 20.000 mg/l Chlorid. Darüber Duplex 2205, darüber Alloy 20 oder eine Auskleidung. Die Welle ist das kritische Teil, weil sie ohne Öffnen des Kanals nicht inspiziert werden kann – deshalb Duplex, auch wenn Lamelle und Rahmen in 316L bleiben.
Bypass
Rohgas bei voller Temperatur, hohe Schaltgeschwindigkeit. Werkstoff wie am Eintritt, aber die Dichtung muss die Temperatur aushalten: kein Elastomer, sondern Graphit oder Metall-auf-Metall.
Wo Werkstoffwahl am meisten bewirkt
Nicht in der Fläche, sondern an den Details: Kantenleiste, Sitzring, Wellendurchführung, Schrauben. Das sind die Stellen, an denen eine Klappe ausfällt, und sie machen einen kleinen Teil der Masse aus. Wer dort richtig wählt und in der Fläche spart, bekommt die beste Lebensdauer pro Euro.
Was wir vor dem Angebot brauchen
Gasanalyse, Temperatur, Chloridgehalt, Feuchte und den Taupunkt je Stelle. Ohne diese fünf Angaben ist jede Werkstoffempfehlung eine Annahme.