Eine Ausschreibung für Klappen wird meist nach Preis entschieden – und dann nach Preis korrigiert. Der Unterschied zwischen einem Angebot, das man bewerten kann, und einem, das man raten muss, liegt in einer überschaubaren Liste von Unterlagen.
Was in die Ausschreibung gehört
- Kanalquerschnitt mit Toleranz, nicht nur Nennmaß
- Auslegungstemperatur, Betriebstemperatur und Anfahrbedingung
- Auslegungs-Druckdifferenz und Richtung (welche Seite steht unter Druck)
- Medium: Gaszusammensetzung, Staubbeladung, Chlorid, Feuchte
- Schalthäufigkeit und gewünschte Stellzeit
- Einbaulage, verfügbarer Bauraum, Anhebweg
- Geforderte Dichtheitsklasse und das Nachweisverfahren dafür
- Antriebsart, Steuerspannung, Busschnittstelle, Ausfallstellung
- Geforderte Dokumente und Abnahmekriterien
Was ein bewertbares Angebot enthält
Eine Übersichtszeichnung mit Anschlussmaßen und Toleranzen. Eine Werkstoffliste für Lamelle, Rahmen, Welle, Sitz und Dichtung – einzeln, nicht als „Edelstahl“. Die Dichtheitsklasse mit dem Verfahren, mit dem sie nachgewiesen wird. Den berechneten Druckverlust im Offenzustand. Das Antriebsmoment mit Angabe der Reserve. Das Gewicht. Und die Lieferzeit mit Angabe, was daran kritisch ist.
Drei Punkte, die fast immer fehlen
Erstens die Wärmeausdehnung: Wie viel Bewegung erwartet der Planer, und wo liegt der Festpunkt? Zweitens die Sperrluft: Steht sie zur Verfügung, mit welchem Druck und welcher Temperatur? Drittens die Schnittstelle zur Leittechnik: Welche Signale, welche Spannung, welches Protokoll?
Diese drei Punkte später zu klären kostet mehr als die gesamte Preisdifferenz zwischen zwei Angeboten.